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Rassimus

Kirchenpräsident: „Rassismus vergiftet Gesellschaften“

Black Lives Matter - Demonstrationen auch in Deutschland

Black Lives Matter - Demonstrationen auch in Deutschland

Tausende haben am Wochenende auch in Deutschland gegen Rassismus demonstriert. Auslöser war der Tod des Schwarzen George Floyd in den USA bei einem gewaltsamen Polizeieinsatz. Auch Hessen-Nassaus Kirchenpräsident Volker Jung hatte sich zuletzt bereits schockiert gezeigt.

Weltweit haben Menschen am Wochenende gegen Rassinmus demonstriert. Auslöser war der Tod des Schwarzen George Floyd in den USA bei einem gewaltsamen Polizeieinsatz. Auch in Deutschland gingen Tausende friedlich bei "Silent Demos", Schweige-Demonstrationen, auf die Straße. Allein in Frankfurt kamen 8.000 Menschen auf dem Römer zusammen. Sie wiesen bei der Kundgebung im Stadtzentrum darauf hin, dass Rassismus nicht nur ein US-Problem sei, sondern auch hierzulande weit verbreitet sei. Sie erklärten sich auch mit der amerikanischen "Black Lives Matter"-Bewegung solidarisch, die für die Rechte Schwarzer eintritt. Auch der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann nahm an der Kundgebung teil. Zu dem Protest hatte die Initiative "Schwarze Menschen in Deutschland" aufgerufen.  

Erschütterung durch Tod von George Floyd 

Bereits in der zurückliegenden Woche hatte der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung sich beunruhigt über die jüngsten politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in den USA gezeigt. Der gewaltsame Tod von George Floyd durch einen Polizisten habe Menschen weltweit erschüttert. Er beobachte wie viele andere mit wachsender Sorge eine „Eskalation der Gewalt und eine US-Führung, die provoziert und nicht deeskaliert“. In einer Videokonferenz hätte David Gaewski, der Leitende Geistliche der United Church of Christ (UCC) in New York,  „über den Zorn und die Ausschreitungen nach dem Tod von George Floyd durch die brutale Polizeigewalt berichtet“. Er habe zudem von einem bewegenden Online-Gottesdienst erzählt, in dem Menschen ihre Verzweiflung über die Polizeigewalt und die Gewalt bei den Protesten ausgedrückt haben. Man habe miteinander geweint und Trost im gemeinsamen Gebet gesucht.  

Partnerkirche UCC engagiert bei "Black Lives Matter"

Jung sprach der Partnerkirche in den Vereinigten Staaten die Solidarität der EKHN in dieser angespannten Situation aus. Es sei „beeindruckend, wie die UCC sich schon seit Jahrzehnten besonders auch in der Anti-Rassismus-Arbeit und der 'Black Lives Matter' Kampagne engagiert“. Jung: „Rassismus vergiftet Gesellschaften“. Gerade mit Blick auf das zurückliegende Pfingstfest sei deutlich, dass die biblische Botschaft einen anderen Weg weise. „Gottes Geist will trösten und stärken. Er will Menschen über alle Grenzen hinweg zu einer weltweiten Gemeinschaft miteinander verbinden. Ich bin dankbar, dass wir im Glauben und in der Partnerschaft unserer Kirchen miteinander verbunden sind. Gemeinsam versuchen wir, Gottes Liebe, die allen Menschen gilt, in dieser Welt zu bezeugen.“

Donald Trump und die Bibel in der Hand 

Jung kritisierte auch den jüngsten Pressetermin des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump vor einer evangelischen Kirche in Washington, bei der der Politiker eine Bibel demonstrativ in Händen hielt. Jung schließe sich der Position der Partnerkirche in den USA an, „dass der Glaube und die Kirche hier für eigene politische Zwecke in unerträglicher Weise instrumentalisiert wurden“. Die UCC habe in ihren Statements betont, wie „absurd es wirke, dass ein Präsident, der permanent Zwietracht sähe, die Bibel als Argument benutze.“ Jung: „Im Zentrum der Bibel steht die Nächstenliebe.“  

Mehr zum Thema auch im aktuellen Video-Statement des Kirchenpräsidenten der UCC John Dorhauer: https://www.youtube.com/watch?v=zcfs9J8PjcQ


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